Bauen für Milliarden

Die Flut im Juli 2021 wird enorm viel Arbeit und Zeit für die Reparatur brauchen. Wir haben davon in Mainz nur ein bisschen Hochwasser gemerkt. Diese Woche hat der Bundestag eine Fluthilfe von 30 Milliarden Euro beschlossen.

Es ist gut, den Betroffenen zu helfen. Schließlich wurde die Flut durch den Klimawandel und damit von allen verursacht. Aber hier wird ausschließlich an den Symptomen kuriert. Es wäre besser, sofort genauso effizient den Klimawandel zu stoppen. Andernfalls wird sich dieser durch die Auswirkungen, die er hat, sogar beschleunigen!

Durch Geld kann man ihn wahrscheinlich gar nicht stoppen. Cool wäre eine Kompensation der Fluthilfe durch Einsparung an anderer Stelle.

Was bei der Fluthilfe passiert ist, gilt interessanterweise auch für andere Hilfen. Beispiel Corona-Pandemie: Wegen der Reiseflaute wurde die Lufthansa mit einem 9 Milliarden Euro schweren Paket gerettet. Das Geld, das jeweils zur Reparatur freigemacht wird, fließt direkt in weiteren CO2-Verbrauch. Sogar die riesigen Geldbeträge, die für die Förderung von Elektroautos locker gemacht werden, kurbeln im Prinzip den unnötigen Konsum von Autos an. Menschen, die wegen Umweltverschmutzung umziehen müssen, verursachen mehr CO2, als wenn man die Ursachen direkt beheben würde.

Der Mensch ist das eigentliche Kippelement des Klimas. Wenn er die Umwelt schlecht behandelt hat, lässt er beim anschließenden Aufräumen gerne weitere Emissionen folgen.

Was hat das alles mit dem Zollhafen in Mainz zu tun? Hier werden Milliardenbeträge ausgegeben, was erstmal Lärm und CO2 in die Atmosphäre bläst. Heidelberger Zement gehört nicht umsonst zu den fünf größten CO2-Emittenten Deutschlands genauso wie die Lufthansa. Dabei verspricht der Zollhafen, irgendwann eine autofreie Oase am Wasser zu werden. Doch in den neuen Gebäuden ist Platz für tausende PKWs, versteckt in Tiefgaragen.